Was du unbedingt über Urheberrecht auf Instagram wissen musst!

Instagram ist eine Plattform, auf der wir uns alle gerne Anregungen und Inspiration holen. Doch der Grat zwischen sich inspirieren zu lassen oder Inhalte einfach zu kopieren, ist schmal. So kommt man schnell an den Punkt, dass man seine Inhalte gerne schützen würde.

Doch wie steht es eigentlich um den Rechtsschutz und das Copyright auf Instagram? Was kann man tun, um sich zu schützen und gegen Ideen-Klau zu wehren? Und was gilt es zu beachten, wenn man sich von Inhalten anderer inspirieren lässt? Nathalie Salibian-Waltz, Anwältin für Wirtschaftsrecht, klärt auf, was es über das Urheberrecht auf Instagram unbedingt zu wissen gilt.

 

In diesem Blog-Artikel erfährst du:

  • was das Urheberrecht ist,
  • wann das Urheberrecht auf Instagram verletzt ist,
  • 3 Tipps, wie du dich vor Ideen-Klau schützen kannst
  • wie du die Inhalte anderer richtig teilen kannst,
  • und 6 Schritte, wie du vorgehen solltest, wenn deine Inhalte geklaut werden.

Was bedeutet Copyright oder Urheberrecht?

Der Begriff Copyright stammt aus dem englisch-amerikanischen und ist mit dem deutschen Begriff des Urheberrechts gleichzusetzen. Geschützt werden mit dem Copyright oder auch Urheberrecht persönliche, geistige Schöpfungen. Oder mit anderen Worten: Dinge, die eine intellektuelle, originäre Leistung sind. Zu diesen Dingen können sowohl Bilder wie auch Filme, Schriftwerke oder spezifische Designs gehören.

Wichtig ist jedoch zu unterscheiden, dass oft nur ein konkretes Produkt unter den Schutz des Urheberrechts fällt. Eine Idee zu schützen ist wesentlich schwieriger.

Ist das Kopieren von Inhalten auf Instagram Diebstahl?

Sich von einer Idee inspirieren zu lassen oder ein Produkt einfach komplett zu kopieren, ist kein Problem, so lange ich dies nur für private Zwecke tue. Im Internet und besonders auf Instagram haben wir es jedoch mit einer öffentlichen Vervielfältigung von Inhalten zu tun. Sobald man hier einen Beitrag oder auch einen Text einfach eins zu eins kopiert und ohne Lizenz oder Nennung des Urhebers in den eigenen Account einbindet, ist das Urheberrecht verletzt und der Vorfall kann als Diebstahl geahndet werden.

„Wenn ich Schrift- und Sprachwerke so übernehme, wie sie sind, dann ist es Diebstahl. Eine Kopie ist im Zweifel also immer eine Urheberrechtsverletzung.“

Nathalie Salibian-Waltz

Ist das Nachstellen von Bildern eine Urheberrechtsverletzung? 

Bei Bildern lässt sich sehr einfach feststellen, ob es sich um eine Urheberrechtsverletzung handelt oder nicht. Ist lediglich die Bild-Idee nachgestellt, jedoch mit einer neuen Kamera und lediglich ähnlichen Inhalten, dann ist das keine Verletzung des Urheberrechts. Denn hier haben wir es im Prinzip mit einem komplett neuen Werk zu tun.

Ist ein Bild jedoch einfach komplett kopiert und nur ein Logo oder ähnliches per Photoshop entfernt worden, dann sind die Rechte des Urhebers damit stark verletzt.

Es lässt sich also festhalten: Eine dem Bild zugrunde liegende Idee ist nicht geschützt, das Bild als solches jedoch schon.

Die Ausnahme: Besonders innovative Ideen können auch unter den Schutz des Urheberrechts fallen

Wenn jemand deine Ideen übernimmt und als seine eigenen verkauft, ist das ärgerlich, in den meisten Fällen aber nicht strafbar. Denn oft handelt es sich um im Netz frei verfügbare Informationen, die von dir lediglich mit einem persönlichen Touch verarbeitet wurden.

Dies ändert sich jedoch, sobald du ein sehr innovatives und in dieser Form noch nie dagewesenes Produkt entwickelst. Dann kann das Kopieren dieser Idee bereits das Urheberrecht verletzen.

Auch wenn du eine Personal Brand entwickelst, die sich durch die Konsequenz deines Produkt-Designs ganz eindeutig dir zuordnen lässt, befinden wir uns in einem Grenzbereich des Urheberrechts. Auch hier können die Ideen und das Design eventuell nicht einfach übernommen werden.

Dies ist jedoch von Fall zu Fall anders. Es kann sich also lohnen, die Situation von einem Anwalt einschätzen zu lassen.

„Der Diebstahl von Instagram-Inhalten ist kein Kavaliersdelikt und kann mit hohen Abmahnungsgebühren und Schadensersatzforderungen verbunden sein!“
Nathalie Salibian-Waltz

Meine Inhalte werden geklaut – Wie gehe ich vor?

Die wichtigsten 6 Schritte

1. Sichere die Beweise in Form von Screenshots oder Fotografien. Im Netz können Nachweise schnell wieder verschwinden und durch einen Bildbeweis bist du in jedem Fall auf der sicheren Seite.

 

2. Versuche die Person hinter dem Account zu identifizieren. Das kann im World Wide Web zwar sehr schwer sein, da sich viele Account-Inhaber hinter einem Fake-Namen verbergen, ist aber essentiell, wenn du dein Recht als Urheber einfordern willst.

 

3. Überlege dir genau, wie groß der Schaden ist, den durch den Diebstahl deiner Inhalte erleidest. Hast du wirklich einen wirtschaftlichen Schaden erlitten und verlierst beispielsweise Kunden, weil ein anderes Unternehmen mit deinen Inhalten für sich Werbung macht?

Wer hat dich kopiert? Ist es nur einmal passiert? Gehört die Person zu deinem Netzwerk? All das sind Fragen, die man sich stellen sollte, bevor man aktiv wird. Denn einmal losgetreten, kann solch ein Verfahren auch mit sehr hohem rechtlichen Aufwand verbunden sein.

 

4. Stelle einen persönlichen Kontakt zu der Person her, die deine Inhalte kopiert hat; am besten per E-Mail. Hierbei ist es wichtig, dein Anliegen ganz klar zu kommunizieren. Erläutere die Situation, führe deine Beweise an, fordere ganz deutlich die Löschung der gestohlenen Inhalte auf sämtlichen Accounts und formuliere hierfür eine klar begrenzte Frist, die du für die Ausführen der Forderung einräumst. Betone, dass du einen Anwalt hinzuziehen wirst und damit Kosten für die Person verbunden sein werden, sollte sie deiner Bitte nicht nachkommen.

 

5. Sollte die Person nicht reagieren, dann sei konsequent und ziehe einen Anwalt hinzu. Dieser wird dir mit einer rechtlichen Abmahnung, eventuellen Abmahnungsgebühren und Schadensersatzforderungen helfen. Wichtig ist auch, eine Unterlassungserklärung aufzusetzen und darauf hinzuweisen, dass diese mit einer Vertragsstrafe verbunden ist, sollte ein weiterer Verstoß vorkommen.

 

6. Das Extrem-Szenario wäre schließlich eine einstweilige Verfügung.

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Merke dir

Beobachtest du, dass eine Person auch Inhalte von anderen Leuten kopiert und gestohlen zu haben scheint, dann ziehe sofort einen Anwalt hinzu. Wenn Leute offensichtlich Ahnung mit dieser Art von Diebstahl haben, kann Selbstjustiz schnell nach hinten losgehen.

Wie teile ich fremde Inhalte auf Instagram richtig?

Sollte es einmal vorkommen, dass du ein Bild oder einen Text gerne für die eigene Kampagne nutzen würdest, gilt es immer an den Urheber dieser Inhalte heranzutreten und um eine schriftliche Lizenz zu bitten. In solch einer Lizenz können sowohl räumliche als auch zeitliche Beschränkungen des Nutzungsrechts festgehalten werden. Vor allem für die kommerzielle Nutzung ist solch eine schriftliche Lizenz unerlässlich.

„Grundsätzlich gilt: Fremde Bilder ohne Einverständnis verwenden? Nein!“
Nathalie Salibian-Waltz

Welche Form diese Lizenz hat, hängt dabei sehr von der Größe des Projekts ab. Geht es darum, dass du das Bild eines einzelnen Models verwenden möchtest, dann kann eine Einverständniserklärung dieser Person per E-Mail oder Direct Message ausreichen. Geht es jedoch um eine große Kampagne, die mehrere Parteien umfasst, kann ein vom Anwalt aufgesetzter Lizenzvertrag durchaus Sinn machen.

Welchen Unterschied gibt es in Feed und Story?

Die Verlinkung eines Beitrags aus einer Story beinhaltet immer einen externen Link und führt daher auf den Ursprungs-Account des Urhebers zurück. Das Urheberrecht wird somit also nicht verletzt. Anders ist es jedoch, wenn fremde Inhalte in den eigenen Feed integriert werden. Hat der Urheber hier nicht sein Einverständnis gegeben oder ist der Beitrag nicht deutlich als geistiges Eigentum eines anderen markiert, dann ist das Urheberrecht damit verletzt.

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Merke dir

Wenn du ein Bild auf Instagram postest, auf dem andere Unternehmen oder auch Unternehmer zu sehen sind, dann ist es auch hier notwendig, das Einverständnis dieser einzuholen.

Wie du dein Urheberrecht auf Instagram schützen kannst:

1. Branding – Durch das konsequente entwickeln deines Personal Branding, kannst du einen gewissen Schutz generieren. Beispielweise durch die wiederkehrende Verwendung bestimmter Farben, Bilder- und Grafikelemente oder auch eines persönlichen Schreibstils. Je mehr deine Inhalte dir und ausschließlich dir zugeordnet werden können, desto sicherer sind sie vor unzulässigem Diebstahl.

2. Überwache das Netz – Bleibe up to date und gucke immer wieder nach, ob irgendwo dein geistiges Eigentum verwendet wird. Je früher du auf so etwas aufmerksam wirst, desto schneller kannst du einschreiten und deine Inhalte schützen.

3. Pflege einen fairen Umgang in deiner Community – Verhalte dich Konkurrenten gegenüber so, wie du selbst behandelt werden willst. Wer einen fairen und offenen Umgang pflegt, der wird mit seinen Inhalten in einem sozialen Netzwerk sowieso mehr Erfolg haben.

Ganz nach dem Motto: Ich bin #fairaufinsta

  • Copyright schützt geistiges und originäres Eigentum.
  • Unter das Copyright fallen vor allem einzelne, spezielle Produkte. Eine Idee zu schützen ist wesentlich schwieriger.
  • Personal Branding, dass ganz eindeutig dir zuzuordnen ist, kann einen Schutz für deine Produkte und Ideen bedeuten.
  • Wenn du fremde Inhalte teilen willst, brauchst du immer eine schriftliche Lizenz des Urhebers.

Nathalie Salibian-Waltz ist Rechtsanwältin für Wirtschaftsrecht in Frankfurt am Main. 2009 gründete sie ihre Kanzlei SW2Legal und berät und vertritt seitdem kleine und mittlere, in Deutschland ansässige Unternehmen. Zuvor war sie als Referendarin, Associate Banking und Capital Markets Lawyer in Frankfurt und London tätig.​ Heute bietet sie auch über Instagram Beratung für Selbstständige an.

Nathalie Salibian-Waltz

Rechtsanwältin für Wirtschaftsrecht

🎧 Höre in den Podcast!

#FairaufInsta

Auch wenn die Online Medien eine gewisse Anonymität verleihen und man dadurch schnell dazu verleitet ist, eine Idee einfach abzukupfern, steckt dennoch hinter jedem Account ein Mensch, dem damit geschadet wird. 

Fair zu spielen sollte eine Selbstverständlichkeit sein. Online wie offline. Denn nur so schaffen wir einen Raum, in dem alle ihre Kreativität frei ausleben können, ohne Angst vor Ideen-Klau haben zu müssen. 

Daher möchte ich dich zu einem Commitment motivieren, Social Media wieder “social” zu machen und ein Zeichen zu setzen.

Mache mich und lade dir das Template hier herunterFülle es anschließend aus und teile es mit deiner Community. 
Lass und gemeinsam eine Bewegung starten, mit der wir an das Gewissen derjenigen appellieren, die vergessen haben, wie wichtig Fairness im sozialen Netzwerk ist.

Auf meinem Instagram @instafootprintdesign findest du noch mehr Informationen.